Volkstrauertag in Rehau

Am 15.11.2020 wurde der Volkstrauertag begangen. Auf Grund von Corona hat man sich in diesem Jahr auf eine Gedenkfeier in Rehau beschränkt. Bürgermeister Michael Abraham legte zusammen mit Hauptmann Lehmann einen Kranz zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am Friedhof nieder.

Nach der musikalischen Begrüßung der Stadtkapelle Rehau zum Volkstrauertag am Rehau Friedhof hieß Bürgermeister Michael Abraham Corona bedingt nur wenige Anwesende als sonst herzlich willkommen. Besonders begrüßte der Bürgermeister Pfarrer Wolf, Hauptmann Lehmann und Stabsfeldwebel Lorenz von der Bundeswehr in Hof, die alle Jahre beim Gedenken am Volkstrauertag dabei sind. 

„Der Volkstrauertag 2020, nicht nur wegen der entsprechenden Regelungen außergewöhnlich, sondern letztendlich auch wegen der Zahlen die wir heute in diesem Rahmen mit erinnern wollen. Von nunmehr 150 Jahren war der Deutsch-Französische Krieg, dass bestimmende Ereignis in unserem Land. Das kleine Kriegerdenkmal auf dem Maxplatz verzeichnet vier gefallene Soldaten der Stadt Rehau. Wir haben heute bereits in Neuhausen einen Kranz am Kriegerdenkmal niedergelegt und dabei letztendlich daran erinnert, dass wir in unserer Welt keine Zeit kennen gelernt haben, in der auf unseren Planeten keine kriegerische Auseinandersetzung stattgefunden hat. Jedoch können wir in unserem Land seit 75 Jahren Frieden halten. Wir erinnern dennoch an die beide großen Weltkriege 1914 - 1918 und an den zweiten Weltkrieg von 1939 - 1945. Im ersten Weltkrieg starben 197 junge Rehauer, im zweiten Weltkrieg waren es 520. All diese Männer sind nicht mehr zurückgekehrt, konnten hier keine Familien gründen, nicht die Höfe ihrer Eltern oder Großeltern übernehmen oder das was sie in jungen Jahren an Plänen geschmiedet und gefasst haben in die Tat umsetzen. Wir erinnern aber heute auch an 64 russische Kriegsgefangene, die vor 75 Jahren in den Monaten März und April 1945 in Rehau ihr Leben verloren. Sie wurden in einem Waldstück am Dürrenloher Weg beerdigt und 1957 in die Kriegsgräberstätte in Neumarkt in der Oberpfalz umgebettet. Um an sie zu gedenken wurde im November 1993 ein Gedenkstein errichtet. 

Wir denken aber auch an 65 Jahre Bundeswehr, das wir ebenfalls in diesem Jahr erinnern und auch an die Soldaten, die in der jüngsten Vergangenheit ihr Leben verloren haben. Und wir erinnern an 30 Jahre Wiedervereinigung, wir wissen das der letzte große Krieg, der zweite Weltkrieg, letztendlich dazu geführt hat, dass Deutschland geteilt wurde und dennoch konnten wir vor 30 Jahren die beiden deutschen Staaten wiedervereinigen. Und auch das ist am Volkstrauertag eine gute Gelegenheit daran zu erinnern, dass diese Wiedervereinigung unblutig und ohne kriegerische Auseinandersetzungen stattgefunden hat und vollzogen werden konnte“, so Michael Abraham. 

Nach der Totenehrung und der Kranzniederlegung durch Bürgermeister Michael Abraham und Hauptmann Lehmann sprach Pfarrer Wolf ein Gebet und einen Segen. 

© Fotos und Text: Uwe von Dorn

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