SCHULPROJEKT 20_20 NACH 10 JAHREN ABGESCHLOSSEN

Die Sanierung des Schulzentrums ist mit der Einweihung des Fachräumetraktes der Realschule abgeschlossen. Bei den Feierlichkeiten am 17. September wurde auf eine fast 10 Jahre dauernde Modernisierungsmaßnahme zurückgeblickt.

Zu den Feierlichkeiten zum Abschluss der Sanierung des sogenannten "Bauteil F" des Schulzentrums konnte 1. Bürgermeister Michael Abraham neben den Vizepräsidenten der Regierung von Oberfranken Thomas Engel, Ministerialbeauftragen Ldt. RSD Johannes Koller, Landrat Dr. Oliver Bär, Architekt Hermann Beyer und Realschuldirektor Rüdiger Lang noch viele weitere Gäste in der Pausenhalle begrüßen. Musikalisch wurden die Gäste von den „Boomwhackers der 5. bis 7. Klasse und vom Ensemble der Realschule Rehau unterhalten. Die geistliche Einweihung nahmen Pfarrer Thomas Wolf für die evangelische und Pfarrer Dieter-Georg Jung für die katholische Kirche gemeinsam vor.

Am 28.07.2010 fand mit Staatssekretär Gerhard Eck von Bayerischen Staatsministerium des Innern, die Grundsteinlegung für das Schulprojekt 20_20 der Stadt Rehau statt. Hierbei handelt sich um das größte zusammenhängende Hochbauprojekt in Rehau der letzten Jahrzehnte. Am 28.07.2011, pünktlich ein Jahr nach der Grundsteinlegung, fand das Richtfest für den 1. Bauabschnitt statt. Die Maßnahme umfasste die Projekt-Bauteile E und I (Abbruch und Neubau "Rundbau" Realschule, Neubau Verbindungsbau Gutenbergschule/Realschule). Pünktlich zu Schuljahresbeginn 2012/2013 war der erste Bauabschnitt fertiggestellt, im Beisein von Staatsministerin Melanie Huml konnten die neuen Räume am 15.09.2012 feierlich eingeweiht werden. Der 2. Bauabschnitt umfasste den Projekt-Bauteil A (Generalsanierung des ehemaligen Pausenhallengebäudes der Gutenbergschule). Dieser wurde zu Beginn des Schuljahres 2013/2014 fertiggestellt und im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ am 18.10.2013 eingeweiht. Am 31.07.2013 war Baubeginn für den 3. Bauabschnitt, der die Generalsanierung des Hauptbaus der Gutenbergschule mit Neugestaltung und Ertüchtigung des Dachgeschosses beinhaltete. Dieser Bauabschnitt gliederte sich in zwei Teilabschnitte, der erste konnte bereits zum Schuljahresbeginn 2014/2015 in Betrieb gehen, der zweite Teilabschnitt wurde im Frühjahr 2015 fertig. Ab Juni 2015 wurde der 4. Bauabschnitt, die Sanierung des Altbaus der Realschule in Angriff genommen. Das Gebäude wurde für ein Schuljahr komplett leergezogen und in einem Zuge saniert, was Kosten für baubedingte Provisorien und Leitungsumleitungen ersparte. Dieser Bauabschnitt wurde im August 2016 fertiggestellt und konnte zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 seiner Bestimmung übergeben werden. In den Sommerferien 2016 wurde der alte Querbau abgebrochen und die Außenanlagen hergestellt. Damit war das Schulprojekt 20_20 in dem Umfang, wie es vom Stadtrat im Jahr 2008 beschlossen wurde, drei Jahre früher als geplant fertiggestellt.

Es fehlte aber noch der Fachräumetrakt der Realschule, der lange als Neubau der Realschule galt. Mit dem Abschluss des Schulprojekts 20_20 im Jahr 2016 wurde derjenige Gebäudeteil der Realschule allerdings zum Altbau. Dieser als Bauteil F bezeichnete Bauabschnitt war aber bereits in den Planungen aus dem Jahr 2008 enthalten, allerdings sollten am Gebäude vergleichsweise geringe Eingriffe erfolgen und überwiegend die Optik, den generalsanierten Bauabschnitten angepasst werden. Die Ausstattungen der Fachräume sollten weitestgehend erhalten bleiben.

Im Jahr 2016 wurde das Gebäude aber nochmals genauer untersucht und festgestellt, dass die Leitungsinfrastruktur marode ist und auftretende Wasserrohrbrüche und Kurzschlüsse dies auch bestätigten. Zudem entsprachen die im Jahr 2008 angedachten energetischen Maßnahmen für den Fachräumetrakt nicht mehr den Vorgaben der neuen EnEV 2014. Mitte Juli 2018 wurde mit der Entkernung des Gebäudes begonnen. Die Bauzeit ist rekordverdächtig: In 14 Monaten wurde die Maßnahme umgesetzt. Bereits im September 2018 konnte Richtfest gefeiert werden, das Gebäude war entkernt und die Vorsatzschale der alten Fassade abgebrochen. Das neue Dach und die neuen Fenster waren montiert, sodass mit den Innenbauarbeiten begonnen werden konnte, die sich über den gesamten Winter bis zum Ende der Sommerferien 2019 hinzogen. Es wurden alle Räume neu errichtet sowie alle Leitungsnetze neu eingebaut. Weiterhin wurde die Heizungsanlage dahingehend erneuert, dass über eine Fernwärmeleitung vom Sportzentrum mit Biogas erzeugte Wärme zum Einsatz kommt, und damit den neuesten Umweltrichtlinien Rechnung tragen. Für die gesamte Wärmeerzeugung für das Schulzentrum Rehau ist künftig die Firma Bayernwerk Natur verantwortlich.

Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf ca. 6,3 Mio. EUR, wobei die Baumaßnahme vom Freistaat Bayern mit 58 % aus FAG-Mitteln gefördert wird. "Mit dem Abschluss des letzten Bauabschnitts sieht man jetzt, dass man mit dem gesamten Gebäudekomplex im 21. Jahrhundert angekommen ist", so Bürgermeister Michael Abraham in seiner Rede. Die schulische Ausstattung und Lehrmethodik entspricht dem aktuellen Stand und den Anforderungen der Wirtschaft und der weiterführenden Schulen. Bei den Fachräumen für die technischen Fächer handelt es sich um die modernsten in ganz Oberfranken. Während der gesamten Bauzeit war es schön zu sehen, wie schnell und zuverlässig die Handwerker an dem Projekt gearbeitet haben und wie ein Ausbaugewerk nach dem anderen vollendet wurde, betont Bürgermeister Michael Abraham. "Hierfür darf ich im Namen der Stadt Rehau allen beteiligten Firmen und natürlich dem Architekturbüro Hermann Beyer, dem die Planung und die Bauleitung für das Gesamtprojekt oblag, unseren herzlichen Dank aussprechen."

Besonders stolz ist Bürgermeister Michael Abraham darauf, dass die Arbeiten während des laufenden Schulbetriebs vonstatten gingen. Die während der Bauzeit fehlenden Klassenräume konnten durch ein gutes Miteinander der Schulen gut kompensiert werden, sodass teure Ausweichmöglichkeiten nicht nötig wurden. Dennoch gilt es die große Herausforderung zu würdigen, die mit Bravour genommen wurde, ist doch der Bauteil F jener mit den meisten Klassenräumen. "Mein weiterer Dank gilt den Schülern, den Lehrern, den Elternvertretern der Schulen, denn während der Bauarbeiten gab es keine Beschwerden über etwaige Behinderungen des Schulbetriebs, obwohl der Baubetrieb teilweise unmittelbar neben der Schule stattfand. "Danken möchte ich auch den Nachbarn, die mit mancher baustellenbedingten Behinderung fertig werden mussten, auch deren Verständnis für unsere Zukunftsmaßnahme verdient Anerkennung. Das Schulzentrum in Rehau ist auf der Höhe der Zeit angekommen. Mit dem Abschluss der Maßnahme ist den Herausforderungen der Zukunft Rechnung getragen," schließt Bürgermeister Michael Abraham seine Rede ab.

Ebenso stolz zeigte sich Architekt des Projektes Hermann Beyer, der bei seinem Rückblick auf 40.000 Arbeitsstunden, täglich im Schnitt 20 Bauarbeiter auf der Baustelle, sechs Millionen Euro in einem Jahr verbaut, insgesamt 135 Handwerker am Werk - imposante Zahlen nennen konnte. Beyer erklärte seine Herangehensweise: "Wir haben den Baukörper entkernt. Das hat uns zwar 400.000 Euro gekostet. Hätten wir es abgerissen, wäre ein Neubau auf zwei Millionen Euro gekommen. So hatten wir eine gute Bausubstanz zu einem Fünftel der Kosten in einem Fünftel der Zeit", sagte er. Dieser Prozess war einer der Garanten für die zügige Sanierung, und den weitgehend eingehaltenen Kostenrahmen. "Wir liegen wahrscheinlich bei ein bis zwei Prozent Abweichung. Das will heutzutage schon etwas heißen", so Beyer. Herausgekommen ist, wie er sagt, "das Modernste, was man bekommen kann". Weiter bedankte sich Hermann Beyer auf das Herzlichste bei Hauptamtsleiter Hans-Peter Zeeh und Jürgen Schrödel vom Bauamt für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Ein guter Tag für Rehau. „Ich spüre, wie glücklich die Schüler, Eltern und die ganze Schulfamilie über dieses Gebäude sind,“ so Landrat Dr. Oliver Bär in seiner Rede beim Festakt. Mit dem letzten Bauabschnitt, ist das Schulprojekt 20_20 der Stadt Rehau mit der Umgestaltung des Schulzentrums nach fast zehn Jahren bis auf kleine Arbeiten im Außenbereich abgeschlossen. Seit dem neuen Schuljahr werden die Schüler auf vier Ebenen in 24 hochmodernen Klassenzimmern und weiteren Funktionsräumen unterrichtet. Insgesamt 3.300 Quadratmeter Geschoßfläche stehen zur Verfügung. "Dass eine Stadt bereit ist, ein solches Projekt anzupacken, das ist herausragend. Und es ist herausragend, was hier für ein modernes Schulzentrum entstanden ist. Die Qualität des Gebäudes und die jetzt vorhandenen Möglichkeiten setzen Maßstäbe. Es ist unser Anspruch, dass wir die Schulen im Landkreis Hof bestmöglich aufstellen," so Landrat Dr. Oliver Bär.


Beim Rundgang durch den neuen Bauteil F lässt sich kaum mehr erkennen, dass es sich um eine Sanierung und nicht um einen Neubau gehandelt hat. Die Gänge sind lichtdurchflutet, ebenso die Klassenzimmer. Jedes ist mit einem Computer ausgestattet. Und es erinnert nichts mehr an den Charme der Siebzigerjahre, in dem sich der bei Schülern und Lehrern bis zuletzt Neubau genannte Fachräumebau vor der Sanierung präsentiert hat. Küche, IT-Räume, Räume für das Kollegium, einen gesonderten MINT-Raum und das alles auf vier Ebenen.

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