Regisseur Chris Kraus erhält Hans Vogt Filmpreis

Im Rahmen der 56. Hofer Filmtage, wurde nun zum 11. Mal der Hans-Vogt-Filmpreis der Stadt Rehau und der Sparkasse Hochfranken verliehen. Chris Kraus, Regisseur und Autor, wurde in diesem Jahr mit dem Preis ausgezeichnet. Seit 2006 ist er als Gast und natürlich mit seinen Filmen nicht mehr von den Hofer Filmtagen wegzudenken.

Mit dem Hans-Vogt-Filmpreis der Stadt Rehau soll an die Pionierleistung des im Rehauer Ortsteil Wurlitz geborenen und aufgewachsenen Ingenieurs erinnert werden. Er war entscheidend an der Erfindung des Tonfilms beteiligt und prägte eine neue Ära in der Geschichte des Kinos. Der Preis wird seit 2012 verliehen, er ist mit Euro 5.000,- dotiert. Verliehen wird er an Filmschaffende, die innovativ und sorgfältig um den Ausdruck und die Qualität ihres Filmtones besorgt sind.

Im Zuge der Preisverleihung am Abend der Unternehmerinitiative Hochfranken, trug sich der Preisträger auch in das Goldene Buch der Stadt Rehau ein. Mit Freude hinterließ er eine persönliche Widmung und bedankte sich nochmals für den Erhalt des Preises.

Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, war zunächst als Journalist und Illustrator tätig, bis er sich mehr und mehr in Richtung Film orientierte. Als dramaturgischer Berater und Buchautor für große Namen wie Volker Schlöndorff, Rosa von Praunheim oder Detlev Buck machte er sich bereits früh einen Namen. Die ersten Filme entstanden. Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung, Nadja Uhl, Edgar Selge: Sie alle sollten für ihn vor der Kamera stehen.

Sein zweiter Spielfilm VIER MINUTEN wurde vom damaligen Leiter der Hofer Filmtage, Heinz Badewitz, 2006 nach Hof eingeladen und zu einem großen Kinoerfolg. Seitdem ist er regelmäßig in Hof zu Gast. Ob 2010 mit POLL oder 2012 mit ROSAKINDER (zusammen mit Tom Tykwer, Robert Thalheim, Axel Ranisch und Julia von Heinz), einer Widmung an Kraus’ großen Mentor Rosa von Praunheim. 2014 wurde Kraus zum Filmpreisträger der Stadt Hof. 2016 kam er mit DIE BLUMEN VON GESTERN wieder nach Hof, einem viel beachteten und vielfach diskutierten Film mit Adèle Haenel, Lars Eidinger und Jan Josef Liefers, Chris Kraus sorgt mit seinen Filmen immer wieder für Diskussionsstoff.

Chris Kraus bewegt sich auch außerhalb des Filmischen, so als Opernregisseur 2008 am Teatro Valli di Reggio nell’Emilia zusammen mit dem Dirigenten Claudio Abbado. Zu sehen war diese Produktion, bei der der Wiener Arnold Schoenberg Chor und der Coro di Communidad di Madrid mitwirkten, auch am Teatro Real (Madrid), dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Teatro Comunale in Ferrara sowie dem Teatro Comunale „Pavarotti“ in Modena. Die Inszenierung gewann als Beste Inszenierung des Jahres den in Italien renommiertesten Opernpreis, den unter der Schirmherrschaft des Staatspräsidenten stehenden „Premio Abbiati“.

2017 sorgte er mit dem umfangreichen Roman DAS KALTE BLUT, in dem er die SS-Vergangenheit des eigenen Großvaters aufarbeitet, für Aufsehen. Schon in DIE BLUMEN VON GESTERN klangen diese Themen stark durch, jetzt ist dazu auch eine Miniserie produziert vom Bayerischen Rundfunk in Planung. Gerade abgedreht ist die Fortsetzung seines Film VIER MINUTEN.

Weitere Informationen zu Hans Vogt finden Sie hier:

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