Neubau Feuerwehrhaus - Richtfest

Das derzeit größte Hochbauprojekt der Stadt Rehau geht zügig voran. Gerade 8 Monate nach dem Spatenstich steht der Rohbau des neuen Feuerwehrgerätehauses. Am 18. Januar 2020 kamen Geladene sowie interessierte Bürger zahlreich zum Richtfest.

Nach den Begrüßungsworten des 1. Bürgermeisters Michael Abraham und den Ausführungen von Geschäftsführerin Veronika Sirch von der Firma Karl Roth sowie des Architekten Torsten Schöpe folgte der Richtspruch durch Zimmerermeister Norbert Zauß. Anschließend brachte Landrat Dr. Oliver Bär seine Begeisterung für die zügige Fertigstellung des Rohbaus zum Ausdruck, ehe Kreisbrandrat Reiner Hoffmann und der 1. Kommandant der FFW Rehau Manuel Höll ein paar Worte an die Gäste richteten.


Bei der anschließenden Begehung des Rohbaus konnte die Dimension des neuen Feuerwehrgerätehauses wahrgenommen werden.


Im Mai 2019 wurde das derzeit größte Hochbauprojekt der Stadt Rehau begonnen. Das Projekt "Neubau des Feuerwehrhauses" hat allerdings eine Vorgeschichte, die ein paar Jahre zurückreicht. Im Jahr 2008 wurde mit den Untersuchungen begonnen, das derzeitige, in vielerlei Hinsicht sanierungsbedürftige Gerätehaus der FFW Rehau dem Stand der Zeit anzupassen. In der Sitzung des Bausenats vom 12.05.2009 wurde eine Planung zur Sanierung des bestehenden Gerätehauses vorgestellt. Im Ergebnis wäre ein kompletter Neubau am Standort Goethestraße die wirtschaftlichere Lösung gewesen. Zur Umsetzung der damals vorgelegten Planung wäre es erforderlich gewesen, angrenzende Grundstücksflächen zu erwerben. Bei konkreten Prüfungen der Planung stellte sich heraus, dass die bisherigen Überlegungen und Planungen einsatztaktische Aspekte und Vorgaben von Feuerwehrrichtlinien unzureichend berücksichtigt hatten, weshalb es für diese Planung keine Fördermittel gegeben hätte.

Im Jahr 2011 wurde deshalb die Firma K-Plan (Spezialbüro für Feuerwehrgerätehäuser) beauftragt, die Standorte Goethestraße und den Standort Stadtwerke zu untersuchen. Der Standort Goethestraße erwies sich aus zuschusstechnischen Aspekten und dem Umstand, dass während des laufenden Betriebs gebaut wird, als ungeeignet. Weitere Nachteile: hohe Baukosten durch große Erdbewegungen, Kosten durch transaktive (Teil)-Unterbringung der Feuerwehr während der Bauphase, mögliche Notwendigkeit der Stützung des Bahnkörpers, Beteiligung der Bahn am Verfahren und damit verbundene mögliche Auflagen. Daraufhin wurde der Standort Stadtwerke, der all diese Nachteile nicht aufweist, näher untersucht und auch ein Schallgutachten sowie ein Bodengutachten beauftragt.

Zusätzlich wurde ein Einsatzzeitengutachten erarbeitet. Mittels simulierten Einsatzfahrten mit diversen Feuerwehrfahrzeugen von verschiedenen, möglichen Standorten innerhalb und außerhalb der Innenstadt unter Verwendung von Blaulicht und Martinshorn wurden die Einsatzzeiten zu verschiedenen potentiellen Brandorten in Rehau gemessen. Diese waren die großen Industriebetriebe in Rehau, die Bezirksklinik, die Fritz-Strobel-Siedlung und die Firma Böhme in Neukühschwitz. Die Auswertung dieser Einsatzzeiten, jeweils unter Berücksichtigung des Umstandes, wie lange die Wehrleute zu den jeweiligen potenziellen Feuerwehrhausstandorten brauchen, hatten ein klares Ergebnis: Der Standort Stadtwerke erwies sich als der bestmögliche Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus Rehau.

Schließlich wurde ein Raumprogramm sowie ein technisches Programm den staatlichen Zuschussrichtlinien entsprechend erstellt. Auf der Basis dieser Programme wurde ein Massemodell mit Raumprogramm entworfen, um sich von der Situation vor Ort ein Bild machen zu können und die Eignung für die internen Betriebsabläufe zu prüfen.

Auf der Basis aller dieser Grundlagen fasste der Stadtrat in den Sitzungen vom 15.05.2013 und 24.07.2013 den Grundsatzbeschluss, am Standort Stadtwerke ein neues Feuerwehrgerätehaus zu errichten.

In der Folgezeit wurden verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten geprüft und im Herbst 2016 schließlich die Entwurfsplanung beauftragt, um einen Förderantrag stellen zu können. Auf der Basis dieser Entwurfsplanung reichte die Stadt Rehau den Förderantrag am 20.07.2017 bei der Regierung von Oberfranken ein. Mit Bescheid vom 18.10.2017 wurde eine Festbetragsförderung in Höhe von 778.050,00 € bewilligt.

Es folgte eine Funktionalausschreibung für das neue Feuerwehrgerätehaus, sodass am 27.02.2019 der Stadtrat den Auftrag für diese Maßnahme an die Firma Karl Roth aus Wunsiedel mit einer Auftragssumme in Höhe von 7,4 Mio. EUR vergeben konnte. Nach der Erstellung der ersten Ausführungspläne konnte Mitte Mai 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Die Ausführungsplanung erstellten für die Firma Roth das Architekturbüro Schöpe sowie das Ingenieurbüro Widmann, beide Marktredwitz. Die Firma Roth wird durch die beiden Geschäftsführer Veronika und Florian Sirch vertreten. Mit der Bauoberleitung für die Stadt Rehau ist das Büro Beyer aus Döhlau beauftragt, das die Maßnahme in enger Abstimmung mit der Stadt Rehau betreut.

Nach mittlerweile 135 Bautagen ist der Rohbau einschließlich der Übungsturmwand fertiggestellt und der Bau winterfest. Die Gasleitung wurde vor wenigen Tagen in Betrieb genommen, sodass der Bau geheizt werden und der Innenausbau während des Winters voll durchlaufen kann.

Die Baumaßnahme soll bis Ende 2020 fertiggestellt sein. „Wir freuen uns, dass unsere Feuerwehr nach dem Einzug in modernen, zeit- und normgerechten Räumlichkeiten untergebracht sein wird. Sowohl die Fahrzeughalle mit den entsprechenden Funktionsräumen als auch das Dienstgebäude mit den Unterrichtsräumen, Umkleideräumen und Bereitschafträumen entspricht in allen Belangen den Anforderungen der heutigen Zeit. Die Architektur ist funktional, aber trotzdem modern und wird auch das Stadtbild aufwerten“, stellt Bürgermeister Michael Abraham fest. „Wer freiwillig und ehrenamtlich in ständiger Einsatzbereitschaft seinen Dienst verrichtet, soll vom Gewährträger auch eine optimale Einsatzbasis bereitgestellt bekommen, um zum Wohl der Bürgerschaft tätig werden zu können“, so der Bürgermeister in seiner Rede beim Richtfest.


[PLEASE FIX!] Please choose your cookie preferences: