8. Hans-Vogt-Preis geht an Caroline Link

Regisseurin Caroline Link ist zu den 53. Hofer Filmtagen mit dem Hans-Vogt-Filmpreis ausgezeichnet worden. Bürgermeister Michael Abraham überreichte an Caroline Link den Filmpreis der Stadt Rehau und der Sparkasse Hochfranken.

Mit dem Hans-Vogt-Filmpreis der Stadt Rehau soll an die Pionierleistung des im Rehauer Ortsteil Wurlitz geborenen und aufgewachsenen Ingenieurs erinnert werden. Er war entscheidend an der Erfindung des Tonfilms beteiligt und prägte eine neue Ära in der Geschichte des Kinos. Der Preis wird seit 2012 verliehen, er ist mit Euro 5.000,- dotiert. Verliehen wird er an Filmschaffende, die innovativ und sorgfältig um den Ausdruck und die Qualität ihres Filmtones besorgt sind. Nach einem Sektempfang und der Begrüßung durch den Präsident der REHAU Gruppe, Jobst Wagner, verlieh Bürgermeister Michael Abraham Caroline Link den Filmpreis der Stadt Rehau und der Sparkasse Hochfranken.

Caroline Link wurde 1964 in Bad Nauheim geboren. 1986 begann sie ihr Studium im Fachbereich Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Hochschule für Film und Fernsehen München. Ihr Abschlussfilm „Sommertage“ wurde 1990 auf den Hofer Filmtagen mit dem Kodak Förderpreis ausgezeichnet. Nebenbei arbeitete sie als Regieassistentin und Drehbuchautorin (unter anderem für die Krimiserie „Der Fahnder“) als auch einige Jahre als Gästebetreuerin der Hofer Filmtage. 1992 entstand für das ZDF der Kinderfilm „Kalle der Träumer“. Im selben Jahr begann Caroline Link mit der Recherche für das Drehbuch zu JENSEITS DER STILLE über ein gehörloses Elternpaar und seine musisch begabte Tochter. 1995 verfilmte sie das Drama, 1998 wurde es für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Spielfilm nominiert und machte Caroline Link auch international bekannt. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Filmpreis, den Bundesfilmpreis in Silber, den Gildefilmpreis in Gold sowie im Ausland Preise als Bester Film der Festivals von Tokio, Chicago, Vancouver und Kalkutta.

1999 bewies Caroline Link mit der erfolgreichen Erich-Kästner-Adaption PÜNKTCHEN UND ANTON erneut ihr Gespür für anrührende Geschichten. Auch für diesen Film wurde sie mit mehreren nationalen und internationalen Preisen geehrt, unter anderem mit dem Bayerischen Filmpreis.

Den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film erhielt Caroline Link schließlich mit NIRGENDWO IN AFRIKA (2001). Die Stefanie-Zweig-Adaption wurde mit vier Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet und war, wie die vorangegangenen Werke, auch kommerziell ein großer Erfolg: Die drei Filme lockten jeweils zwischen 1,7 und 1,9 Millionen Zuschauer ins Kino. 2008 inszenierte Caroline Link das Drama IM WINTER EIN JAHR nach dem Roman von Scott Campbell über eine Mutter und ihre Tochter, die nach dem Selbstmord des Sohnes und Bruders sehr unterschiedlich mit der Trauer umgehen. Hauptdarstellerin Karoline Herfurth wurde für ihre Leistung als Beste Nachwuchsschauspielerin mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Preis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet. Regisseurin Caroline Link gewann den Bayerischen Filmpreis in der Kategorie Beste Regie. Der Film erhielt den Deutschen Filmpreis in Silber in der Kategorie Bester Spielfilm. Filmkomponist Niki Reiser wurde für die Beste Filmmusik geehrt, nominiert waren außerdem der Hauptdarsteller Josef Bierbichler und die Cutterin Patricia Rommel.

In dem folgenden, von ihr auch selbst geschriebenen Film EXIT MARRAKECH (2013) konfrontierte Link einen deutschen Theaterregisseur (Ulrich Tukur), der in Marokko ein Stück inszeniert, mit seinem 16-jährigen rebellischen Sohn, der dem Vater Versagen in seiner Rolle als Erzieher vorwirft. Der junge Darsteller Samuel Schneider erhielt für seine Leistung 2014 als Bester Nachwuchsschauspieler den New Faces Award.

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT (2018), basierend auf Hape Kerkelings Kindheitserinnerungen, war mit mehr als 3,7 Millionen Besuchern Caroline Links bislang erfolgreichster Film. Er wurde erneut mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter drei Deutsche Filmpreise, der Bayerische Filmpreis, der Deutsche Schauspielpreis, der Jupiter Award und drei österreichische Romys. Julius Weckauf, der den jungen Hape Kerkeling spielte, gewann unter anderem den New Faces Award und den Golden Space Needle Award beim Seattle International Film Festival. Weihnachten 2019 kommt ihr nächster Film ALS HITLER DAS ROSA KANINCHEN STAHL in die Kinos.

Musik ist ihr für ihre Filme immer sehr wichtig. Mit dem Komponisten Niki Reiser verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit. Er hat zu fast allen ihren Filmen die Musik beigesteuert.

Der Hans-Vogt-Preis der Stadt Rehau wurde in diesem Jahr bereits zum 8. Mal verliehen. Die bisherigen Preisträger finden Sie hier:
  • 2019-09-23

    Regisseur und Filmproduzent Veit Helmer ist zu den 52. Hofer Filmtagen mit dem Hans-Vogt-Filmpreis ausgezeichnet worden. Nach einem Sektempfang und der Begrüßung durch den Präsident der REHAU Gruppe, Jobst Wagner, verlieh Bürgermeister Michael…