Erstes Shuttle für Modellregion präsentiert

So sehen sie aus, die autonom fahrenden und elektrisch angetriebenen Shuttles, die bald schon in Rehau im Landkreis Hof, in der Stadt Hof und in Kronach unterwegs sein werden: jetzt wurde ein erster Prototyp sowie weitere Details zum Projekt Shuttlemodellregion Oberfranken durch den Konsortialführer Valeo in Kronach vorgestellt.

Die Fahrzeuge selbst kommen von dem französischen Shuttlehersteller Navya und werden künftig mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h durch Rehau, Hof und Kronach fahren. Sie bieten Platz für bis zu 15 Fahrgäste, und haben eine durchschnittliche Laufzeit von neun Stunden.

Im Landkreis Hof werden sie zunächst als Mitarbeiter-Transportmittel zwischen den Verwaltungsgebäuden der REHAU AG fungieren. In einem zweiten Schritt sollen auch die Bürger mit Fahrten durch die Rehauer Innenstadt einbezogen werden. "Es ist richtig und wichtig, dass wir das Thema Mobilität angehen und neu denken. Weil wir durch die Verknüpfung von bedarfsorientiertem Verkehr - beispielsweise dem Hofer Landbus, den wir eingeführt haben - mit autonomen Fahren viel mehr öffentlichen Verkehr anbieten können. Dadurch werden wir einen Qualitätssprung im Bereich der öffentlichen Mobilität bekommen und auch die Lebenqualität in der Region wird noch größer werden", so Landrat Dr. Oliver Bär.

Betrieben werden die beiden Rehauer Shuttles von der Fa. REHAU AG, die Stadt Rehau tätigt die Investitionen und stellt die nötige Infrastruktur bereit. All dies wird mit 100 % aus Bundesmitteln gefördert. „Für die Stadt Rehau als Modellstadt Bayerns war es eine Selbstverständlichkeit, an diesem Projekt mitzuwirken, denn nur so können die Nahverkehrskonzepte der Zukunft erforscht werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden künftig in den OPNV einfließen“, betonte Bürgermeister Michael Abraham.

Geht es nach den Projektpartnern,  Stadt und Landkreis Hof, Stadt Rehau, Landkreis Kronach, Automobilzulieferer Valeo, Rehau AG, Navya, Deutsche Bahn und Hochschulen sollen die ersten Shuttlebusse noch in diesem Jahr an den Start gehen.

Vorbereitend dazu werden nun in einem nächsten Schritt Routen definiert, für die einzelnen Standorte festgelegt und  kartiert. Eine entsprechende Infrastruktur muss hergestellt werden, d.h. die Shuttles müssen an Haltestellen und Ampeln angepasst werden.  Parallel dazu laufen im Hintergrund Ausarbeitungen zum Thema Sicherheits- und Störfallmanagement.

Valeo in Kronach wird ebenfalls ein Testshuttle betreuen und die Testphase nutzen, um permanent am Prototypen zu arbeiten, die Technik weiterzuentwickeln und so die Leistungsfähigkeit der Shuttles weiter voran zu treiben.

Wie hatte Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, im Januar in Rehau entsprechende Zukunftsschecks über insgesamt 12 Millionen Euro für das Projekt übergeben. Das durch den Bund zum Hauptteil finanzierte 15,3 Millionen Euro-Projekt wurde seitens des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur bewilligt.

Die von Navya gelieferten Fahrzeuge werden vor Ort von Valeo mit Software ausgestattet und betreut. Valeo übernimmt die Leitung und Koordination des Projekts, das auch die Unterstützung, u.a. durch die Deutsche Bahn erhält. Diese stellt zu Beginn Personal in den Fahrzeugen ab, um die Fahrgäste zu betreuen. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Bilder und Text von Landratamt Hof