Projekt artenoah: Architektur vorgestellt

Die Stadt Rehau beabsichtigt, den Industriestandort Hochfranken mit der Schaffung eines überregionalen Tourismus-Projektes nachhaltig zu stärken und einen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität für die Region zu leisten.

Im Zuge einer Pressekonferenz wurde das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs vorgestellt, bei dem der Entwurf des weltbekannte Architekturbüro EMBT Miralles Tagliabue aus Barcelona als Siegerentwurf hervorging. Die Architekten Benedetta Tagliabue und Stefan Geenen sind hierzu extra aus Spanien angereist, weiter nahmen Amandus Sattler, Vorsitzender des Preisgerichts, Raimund Böhringer, Mitglied des Preisgerichts und Projektentwickler sowie Bürgermeister Michael Abraham teil.

Das anspruchsvolle Thema der Kommunikation von Nachhaltigkeit und die Darstellung des gesellschaftlichen Wertes von Biodiversität soll dabei im Format eines Erlebniszentrums anschaulich und erlebnisreich einem breiten Publikum vermittelt werden. Angestrebt wird ein jährliches Besucheraufkommen von etwa 80.000 Personen.

Amandus Sattler führte aus, dass der EMBT-Entwurf einerseits die Vorgaben sehr passgenau erfüllte, andererseits den inhaltlichen Geist des Projekts einfing. Wird artenoah realisiert, dann findet sich die Ausstellung in einem Gebäude wieder, das sich an die geschwungene Landschaft auf dem Wagnersberg in Neuhausen anschmiegt und Teil der Natur werden soll. Die Verwendung von Naturmaterialien und die Form, die die Dynamik eines Vogelschwarms aufnimmt und weiterführt, sollen den Gedanken der Nachhaltigkeit architektonisch übersetzen.

Benedetta Tagliabue hob hervor, dass das Gebäude eigentlich aus der Natur heraus entstanden sei. Es gehe um die Achtung der Natur, darum, in Harmonie mit der Erde zu leben. "Wir haben uns an dem Projekt beteiligt, weil wir auch bei anderen Projekten schon immer sehr darum bemüht haben, Gebäude und Umgebung miteinander in Einklang zu bringen", schloss sie.

Bürgermeister Michael Abraham ergänzte, dass mit artenoah das Weltthema Biodiversität auf lokaler Ebene glaubhaft und authentisch präsentiert werden soll. Für die Region wird eine Einrichtung geschaffen, die es bislang nicht gibt: Man kann an 365 Tagen im Jahr unabhängig vom Wetter allein oder mit der Familie ein Thema erleben, das an Vielfalt keine Grenzen kennt.

Weiter ist zu artenoah auszuführen, dass der gewählte Standort authentisch am Grünen Band Europa (kontinentales Biotopverbund-Projekt) auf einem markanten Hochplateau unmittelbar an der Staatsgrenze zu Tschechien liegt. Mit dem Vorhaben wird gleichzeitig ein Beispiel grenzüberschreitender Entwicklung peripherer Räume im Bayerisch-Tschechischen Grenzraum gegeben.

Mit einer Machbarkeitsstudie wurde der Standort im Ortsteil Neuhausen der Stadt Rehau untersucht und als erfolgversprechend bewertet. Für die inhaltliche Ausrichtung des Erleb-niszentrums wurde eine Mehrfachbeauftragung von Ausstellungskonzeptionisten durchgeführt. Das vorliegende Ergebnis der bestplatzierten Arbeit lieferte die inhaltliche Grundlage für den Architektenwettbewerb „Gebäude und Freiraum“ des Erlebniszentrums artenoah.

Den programmatischen Rahmen für die Ausstellung Biodiversität "artenoah" bildet die UN-Dekade für die Biologische Vielfalt 2011 - 2020.

Das Projekt "artenoah" insgesamt und die Dauerausstellung im Besonderen zielt in erster Priorität darauf ab, das Thema Biodiversität in seiner ganzen Aktualität und Relevanz einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Der alarmierende Rückgang von Arten hat Dimensionen angenommen, dass ein wirksames Gegensteuern allein durch Fachbehörden in Form von Arten- und Biotopschutzmassnahmen nicht mehr ausreicht. Der wohl nachhaltigste Ansatz dürfte darin bestehen, durch Kooperation unterschiedlicher Akteure und über Multiplikatoren (z.B. Lehrkräfte) breite Schichten der Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren.

Es gilt also, bei Vorschulkindern bis hin zu politischen Entscheidungsträgern das Bewusstsein zu wecken und zu vorsorglichem Verhalten im jeweiligen persönlichen Umfeld anzuregen und anzuleiten. Dabei setzt das didaktische Konzept auf die positive Verknüpfung von kognitiver Wissensvermittlung und emotionalen Erlebniselementen, was zu erhöhter Wertschätzung der biologischen Vielfalt und „vom Verstehen zum Handeln“ führen soll. Nur wenn Schutz und nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen als Normalität begriffen werden, kann es gelingen, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen und den Trend mittel- bis langfristig wieder umzukehren.

Weiterhin ist das Projekt als grenzübergreifender touristischer "Leuchtturm" angelegt, der als Kristallisationskern für Arche-Dörfer oder ähnliche private und öffentliche Initiativen eine nachhaltige und gleichzeitig ökologisch verträgliche touristische Aufwertung der peripheren ländlichen Region bewirken soll.

Kernstück der "artenoah" ist der Erlebnisbereich mit folgenden Angeboten:

•    Erlebnisgärten - Landschaft Grünes Band
•    Dauerausstellung: Entdeckungsreise mit multimedialen Erlebnisstationen
•    saisonal angepasste Sonder- und Wechselausstellungen auf insgesamt ca. 1.500 qm zum Thema Biodiversität im Innen-        und Außenbereich
•    Kinoerlebnis „Wunderbare Welt“
•    Regionale Genuss-Gastronomie und Theke regionaler Produkte
•    Außerschulischer Lernort  für Umweltpädagogik, Erwachsenenbildung, Seminarbetrieb

Der weitere Projektablauf gestaltet sich dahingehend, dass derzeit ein Antragsverfahren zur Finanzierung der Ausstellung läuft. Für die Finanzierung des Gebäudes liegt eine Förderzusage des  Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft im Zuge des RÖFE-Programms vor. Sobald die Gesamtfinanzierung gesichert ist, wird die Antragstellung für das Gesamtprojekt erfolgen.

Öffnungszeiten

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